Telefonauskunfts-Dienste

Waschmaschine kaputt? Wasserleitung gebrochen? Oder haben Sie die Nummer der neuen Bekanntschaft verlegt? Die Auskunft hilft. Allerdings gibt es “die” Auskunft längst nicht mehr. Elf Anbieter stehen dem Telefonkunden mit Rat und Tat zur Seite. Was es kostet und was Sie bei einem Anruf beachten sollten.

Grundsätzlich gilt für alle Auskunftsdienste: Die Daten sind identisch und stets aktuell. Kein Wunder, schließlich speisen sich alle Infodienste direkt oder indirekt aus der Datenbank der Deutschen Telekom. Was sie aber tatsächlich unterscheidet, das sind die Gebühren.

Entscheidend für die Kosten pro Anruf ist jedoch nicht allein der Grundpreis, die Kompetenz der Mitarbeiter in den Call-Centern spielt eine ebenso große Rolle. Ein Beispiel: Bei einer Auskunft findet die Dame die gewünschte Rufnummer minutenlang nicht. Folge: Kosten für eine ergebnislose Suche fallen an.

Die gleiche Anfrage einige Zeit später bei einer anderen Mitarbeiterin des Auskunftsdienstes, führt dagegen innerhalb von Sekunden zur gewünschten Telefonnummer. Folge: Das Ergebnis stimmt, bei deutlich niedrigeren Gebühren.

Diese schwankende Qualität finden Sie übrigens bei allen Anbietern – mal kommt die Antwort prompt, mal dauert es etwas länger, und ab und zu findet der Operator im Call-Center gar keinen Eintrag.

Wer wissen möchte, was ein Anruf bei den Auskunftsdiensten kostet, muss rechnen können: Zu einem Grundpreis kommt eine zeitabhängige Gebühr hinzu.

Ein 50-sekündiges Gespräch kostet bei den wichtigsten Diensten:

11840 AG

Rufnummer: 11 8 40

Gebühren: € 0,80 pro Minute

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 0,80

Arcor

Rufnummer: 11 8 70

Gebühren: € 0,49 alle 30 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 0,98

Debitel

Rufnummer: 11 8 18

Gebühren: € 0,50 pro Anruf + € 0,06 je 7,5 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 0,92

Frag Fred

Rufnummer: 11 8 11

Gebühren: € 0,43 pro Anruf + € 0,06 je 6,7 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 0,91

Otelo

Rufnummer: 11 8 88

Gebühren: € 0,81 pro Anruf + € 0,25 pro Min. (1-Sek.-Takt)

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 1,01

Auskunft 24

Rufnummer: 11 8 50

Gebühren: € 0,50 pro Anruf + € 0,06 je 7,5 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 0,92

Telegate

Rufnummer: 11 8 80

Gebühren: € 0,25 pro Anruf + € 0,09 je 6 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 1,06

Telekom

Rufnummer: 11 8 33

Gebühren: € 0,25 pro Anruf + € 0,099 je 6 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 1,14

Telix

Rufnummer: 11 8 84

Gebühren: € 0,49 pro Anruf + € 0,06 alle 4 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 1,27

info.portal

Rufnummer: 11 8 81

Gebühren: € 0,81 pro Anruf + € 0,85 pro Sekunde ab der 31. Sekunde

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 0,98

Klick Tel

Rufnummer: 11 8 15

Gebühren: € 0,25 pro Anruf + € 0,10 je 10 Sekunden

Kosten für einen 50-Sekunden-Anruf: € 0,75

Elf Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden. Lästige Warteschleifen mit endloser Musikuntermalung sollten also der Vergangenheit angehören. Tatsächlich gelingt es aber nicht allen Diensten, die Anrufer innerhalb von Sekunden zu bedienen.

Die älteste und bekannteste Auskunftsnummer der Deutschen Telekom etwa erwartet von seinen Anrufern meist viel Geduld, und das sowohl morgens wie mittags oder am frühen Abend. Nur selten kommt der Anrufer sofort zu einem Operator durch. Bis zu 30 Sekunden lang kann er bei der Telekom-Wartemusik “entspannen” oder auch mal mit dem Besetztzeichen vorlieb nehmen.

Andere Dienste schicken ihre Anrufer zwar auch in die kostenlose Warteschleife, jedoch oft deutlich kürzer als die Telekom-Auskunft. Bei einigen Auskünften kann der Anrufer je nach Uhrzeit allerdings auch Minuten in der Warteschleife hängen. Das ist jedoch eher die Ausnahme als die Regel.

Die Kompetenz von Call-Center-Mitarbeitern zeigt sich nicht allein an der Dauer für die Suche, sondern auch am Erfolg. So finden manche Operatoren auf Anhieb die gewünschten Daten. Andere dagegen irritieren mit Aussagen wie: “Der gesuchte Teilnehmer ist nicht verzeichnet”. Geben Sie sich mit dieser Information auf keinen Fall zufrieden. Denn oft finden die Damen und Herren in den Call-Centern Teilnehmerdaten nicht, einfach weil sie nicht richtig gesucht haben.

In diesem Fall geben Sie dem Mitarbeiter bei der Auskunft eindeutige Hilfestellungen wie Straßennamen, Hausnummer oder buchstabieren Sie den Namen. Nur ein Beispiel: Der Nachname Krauß führt oft zu ergebnisloser Suche – denn nur die erfahrensten Operatoren erkundigen sich nach der korrekten Schreibweise. Von alleine kommen nur die wenigsten auf die Idee “Krauß” mit “s”, “ss” oder “ß” zu suchen.

Neben der “normalen” Auskunft bieten die Dienste noch weitergehenden Service an. Die praktischsten sind die Auskunft in einer Fremdsprache und die Weitervermittlung. Die Telekom hat eigene Auskunftsnummer für Türkisch (11 8 36) und Englisch (11 8 37). Die Kosten der beiden fremdsprachigen Telekom-Auskünfte sind mit denen der klassischen 11 8 33 identisch und erlauben darüber hinaus auch noch die Weitervermittlung. Und Debitel hilft unter der 11 8 18 seinen Anrufern auf Wunsch in Englisch weiter.

Weitervermittlung heißt: kein lästiges Suchen mehr nach Stift und Papier, um eine Telefonnummer zu notieren. Stattdessen stellt Sie der Mitarbeiter der Auskunft direkt zu dem gewünschten Teilnehmer durch. Folgende Anbieter bieten diesen praktischen Dienst an: Otelo, Auskunft 24, Telegate, Telekom, Telix, info-portal und Klick Tel. Doch so viel Service hat natürlich seinen Preis.

Bei Otelo und Auskunft 24 schlägt jede Minute, die Sie per Weitervermittlung telefonieren, mit 25 Cent zu Buche. Mit 8 Cent pro Minute (Abrechnung im Sekundentakt) zahlt man dagegen über den Auskunftsdienst info-portal nicht einmal ein Drittel. Preiswert ist auch die Weitervermittlung von Telegate. Dieser Anbieter berechnet 9 Cent pro Minute für ein weitergeleitetes Gespräch ins Festnetz, und 40 Cent kostet die Minute für ein Telefonat ins Mobilfunknetz.

Bei Telix ist die Abrechnung etwas komplizierter. Hier wird das Gespräch gesplittet, in Kosten pro Anruf und pro Minute. So erhebt Telix einen Aufschlag von 49 Cent plus 6 Cent für jeweils vier Sekunden.

Millionen Deutsche nennen heute ein Handy ihr Eigen. Und so stellt sich auch für den Mobiltelefonierer die Frage nach der preiswertesten Auskunft.

Am günstigsten ist immer der Anruf bei der Handy-eigenen Auskunft. Wer stattdessen schnell mal einen der bekannten und viel beworbenen Festnetzdienste anwählt, wird bestraft – und zwar in aller Regel mit Gebühren nicht unter 1,50 Euro für einen einminütigen Anruf. So bleibt dem Handynutzer die Erkenntnis, dass er die Festnetzauskunft am besten, vom nächstgelegenen Festnetztelefon aus anrufen sollte. Aber auf keinen Fall vom Handy aus.

Am einfachsten findet der Handyfreund die Auskunft im elektronischen Telefonbüchlein auf seiner Mobilfunkkarte (SIM-Karte). Alle vier Netzbetreiber bieten diesen Service, allerdings zu speziellen Konditionen. Wer die Kosten überblicken will, der verzweifelt schnell an den komplizierten Tarifmodellen.

So gilt bei T-Mobile der T-D1-Inlandspreis je Tarif plus einem einmaligen Aufschlag.

Vodafone D2 kompliziert seinen Auskunftstarif durch einen so genannten Servicepreis – und der unterscheidet sich je nach Tarif und Uhrzeit – plus einem einmaligen Aufpreis je Anruf.

E-Plus und O2 arbeiten da wesentlich kundenfreundlicher. Unabhängig vom Tarif zahlt der Anrufer einen festgelegten Minutenpreis plus einmaliger Gebühr je Anruf.

Bei Prepaid-Karten gibt es übrigens oft eigene Tarife.

Die Nummern der Handyauskünfte und die Kosten lesen Sie in der folgenden Auflistung. Die angegebenen Gebühren gelten jedoch nur für Karten der Netzbetreiber. Service-Provider tarifieren den Anruf bei der Handy-eigenen Auskunft oftmals individuell.

Anbieter: T-Mobile

Rufnummer: 25 00

Gebühr*: € 0,81 + Tarif abhängiger Inlandspreis (für Telly, Telly Plus, ProTel, ProTel DataOnly, TellySmart)

€ 1,02 + Tarif abhängiger Inlandspreis (XtraTalk, XtraFriend, Xtra4You)

Anbieter: Vodafone D2

Rufnummer: 11 8 72

Gebühren*: € 0,84 + Tarif abhängiger Servicepreis:

D2-Fun/D2-Sun-Tarif: Hauptzeit von 8 bis 17 Uhr, € 0,35 und Nebenzeit sowie am Wochenende € 0,19

D2-Classic-Tarife € 0,19

Callya: Hauptzeit € 0,86 und Nebenzeit € 0,35

Anbieter: E-Plus

Rufnummer: 11 8 77

Gebühren*: € 0,61/Min. in allen Tarifen + € 0,77 pro Anruf

Anbieter: o2 Germany

Rufnummer: 11 8 81

Gebühren*: € 0,81/Min. in allen Tarifen + € 0,51 pro Anruf

* gilt nicht generell für Karten von Service-

Providern

Zehn Tipps für eine gute Auskunft:

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[*]Geben Sie von sich aus dem Operator so viel Hilfen wie möglich – zum Beispiel Ort, Straße, Hausnummer, Schreibweise des Nachnamens, Vornamen usw.

[*]Wenn Sie merken, dass der Operator längere Zeit nicht weiterkommt, lassen Sie die Suche abbrechen.

[*]Wird der Operator nicht fündig, fragen Sie, ob er Sie zurückrufen kann, sobald er den Eintrag gefunden hat (macht nicht jede Auskunft, ist Kulanzsache).

[*]Bei der Auskunft der Deutschen Telekom kommt die Ansage von “Band”, sobald der Operator die gesuchte Nummer gefunden hat. Brauchen Sie also mehr als eine Auskunft, dann teilen Sie das dem Mitarbeiter gleich zu Beginn des Gesprächs mit, sonst müssen sie erneut anrufen und in der Warteschleife warten.

[*]Ein Telefonat per Weitervermittlung ist teurer als selber wählen. Lassen Sie sich also nur weiter vermitteln, wenn Sie lediglich eine kurze Information einholen wollen. Längere Gespräche, etwa private, kosten sonst unnötig viel.

[*]Am günstigsten ist die Weitervermittlung über die 11 8 33 der Deutschen Telekom und über Telegate. Bei der Telekom zahlen Sie für ein weitervermitteltes Gespräch den gleichen Tarif wie bei selbst getätigten Anrufen (Telekom-Tarife je nach Tageszeit und Entfernung), bei der Telegate 9,9 Cent pro Min. bzw. 40 Cent pro Minute zu Handys.

[*]Sie können die Festnetzauskünfte auch über bundesweite Preselection-Anbieter erreichen. Es gelten dann dieselben Gebühren wie bei Anrufen aus dem Telekom-Festnetz. Bei lokaler Preselection besteht allerdings oft keine Auswahlmöglichkeit an Auskunftsdiensten.

[*]Wer die Auskunft per Handy anrufen muss, sollte die auf der Mobilfunkkarte eingespeicherte Nummer anwählen. Anrufe bei den Festnetzauskünften sind erheblich teurer. Nur E-Plus hat gleiche Tarife für alle Auskunftsanbieter. Wer nicht bei einem der Netzbetreiber, sondern über einen der zahlreichen Service-Provider telefoniert, kommt eventuell bei letzterem billiger weg.

[*]Vergleichen Sie die Anbieter untereinander, bevor Sie zum Hörer greifen.

[*]Wenn Sie Internet-Zugang haben, erübrigt sich der Anruf bei der Auskunft oft: Unter www.teleauskunft.de finden Sie meist recht schnell die gewünschte Nummer – ohne zusätzliche Kosten.

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Quelle: FOCUS Online | Stand: September 2002

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