Schweizer blicken optimistisch auf Telekommunikation

Während im restlichen Europa unter den Betreibern, mit Blick auf ihre Schuldenberge, großes Zähneklappern herrscht, blickt man in der Schweiz durchaus optimistisch auf die Anbieter und den Telekommunikationsmarkt. Das Berner BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) teilte nun mit, dass nach den ersten Schätzungen – gestützt auf die 120 Fragebögen, die bis Mitte August 2002 beim BAKOM eingingen – die Entwicklung im Jahr 2001 insgesamt positiver ausfiel als im Jahr 2000. Das Wachstum konzentrierte sich auf die beiden Sektoren „Zugang zu den Internetdiensten“ und „Mobilfunk“. Nach einem Jahr der Verlangsamung oder sogar Stagnation war im Jahr 2001 ein gewisses Wachstum zu verzeichnen.

Nach Angaben des Bundesamts stieg der Umsatz der schweizerischen Fernmeldeunternehmen um 5,1Prozent. Die spektakuläre Zunahme von ganzen 78,2 Prozent bei den Investitionen ist größtenteils auf einmalige, außerordentliche Faktoren zurückzuführen. Die Beschäftigtenzahl im Telekommunikationssektor stieg um 2,5 Prozent.

Die Zahl der Internetabonnenten wuchs um einen Drittel, die Zahl der Mobilfunkkunden um 13,7 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden zudem in der Schweiz drei Milliarden SMS verschickt, 187,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit entfielen über die Hälfte der Verbindungen von Mobilfunkanschlüssen aus auf die SMS. Im Jahr 2001 wurden außerdem mehr Mobilfunk- als Festnetzanschlüsse gezählt. Allerdings betrafen lediglich 35,1 Prozent aller Verbindungen und 18,2 Prozent der Gesamtdauer der Gespräche den Mobilfunkbereich.

Der so genannte Mobiltelefonie-Versorgungsgrad in Bezug auf die Bevölkerung liegt in der Schweiz bei 99 Prozent. Die Entwicklung des helvetischen Mobilmarktes ging dabei enorm rasch vor sich. Während am 31. Dezember 1998 auf diesem Markt lediglich zwei Betreiber aktiv waren (Swisscom und Diax), gibt es nun bereits vier, die um Markanteile kämpfen. So kamen Mitte 1999 Orange und im Jahr 2000 ein vierter Wettbewerber hinzu, der jedoch lediglich Prepaid-Karten anbietet.

Am 31. Dezember 2001 wurden in der Schweiz bereits über fünf Millionen Mobilfunkuser gezählt. Dieser Wert, so das BAKOM, könnte leicht zu hoch sein, da zahlreiche User möglicherweise Abonnemente abschlossen, um von bestimmten Konkurrenzangeboten zu profitieren, ohne das ursprüngliche Abonnement zu kündigen. In der Schweiz telefonieren derzeit knapp über 40 Prozent mit Prepaidcards.

An der neuen Statistik des BAKOM kann man aber auch den Boom der SMS eindeutig erkennen. Während im Jahr 1998 noch lediglich sechs Prozent der Verbindungen auf SMS fielen, waren es im Jahr 2000 bereits mehr als die Hälfte.

1999 entfielen erst 42,4 Prozent aller Telefonanschlüsse, weniger als 20 Prozent der Gesamtverbindungen und unter zehn Prozent der Gesamtverbindungsdauer auf den Mobilfunk. Obwohl der Anteil der Mobilfunkanschlüsse (56,3 Prozent) im Jahr 2001 über jenem der Festnetzanschlüsse lag, betrug die Zahl der Verbindungen nur 35,1 Prozent aller Verbindungen und die Dauer der Gespräche 18,2 Prozent der Gesamtdauer. Im Mobilfunknetz dauerten Gespräche durchschnittlich halb so lang wie im Festnetz.

Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg mit 14 Prozent im Jahr 2001 an. Ende 2001 existierten in der Schweiz pro 100 Festnetzanschlüsse bereits 129 Mobilfunkanschlüsse, während diese Zahl Ende 2000 noch bei 113 gelegen hatte. Wird die Gesamtanzahl der verfügbaren Anschlussleitungen (fest und mobil) genommen, so ist pro Einwohner deutlich mehr als ein Zugangskanal vorhanden (147 Anschlüsse pro 100 Einwohner). Der Mobiltelefonmarkt scheint jedoch nun auch in der Schweiz eine gewisse Sättigung erreicht zu haben, denn seit 1999 ist die jährliche Zuwachsrate der Anzahl Mobilfunkteilnehmer rückläufig.

Insgesamt sind die Preise im beobachteten Zeitraum erheblich gesunken. Die Preisstrategien der Anbieter sind ein objektiver Spiegel der unterschiedlichen Marktbedingungen. So konnte in der Schweiz, zwischen dem Beginn der Liberalisierung und September 2002, ein deutlicher Preisrückgang von 31,2 Prozent festgestellt werden. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die stark rückläufigen Gebühren für internationale Gespräche (-71 Prozent) und in zweiter Linie auf die (weniger deutliche) Senkung der Preise für nationale Gespräche (-25 Prozent) zurückzuführen.

Bei dieser Preisstatistik darf man jedoch nicht vergessen, dass die hohen Preise für Verbindungen vom Fest- auf das Mobilnetz (ungefähr fünfmal teurer) bei den Berechnungen der Kosten eines Preiskorbs nicht in vollem Umfang berücksichtigt werden.

Die Preisentwicklung im Mobilfunkbereich ist vergleichbar mit dem Festnetz. So sind die Kosten für Mobiltelefongespräche seit der Liberalisierung um 22 Prozent gesunken. Unterdessen bleibt, mit einem Marktanteil von 63.8 Prozent, zum Ende 2001 die Swisscom der beherrschende Anbieter, gefolgt von Orange mit 17,9 und DiAx mit 17,5 Prozent. Nicht zuletzt war auch die Swisscom einer der wenigen Betreiber, die in diesem Jahre keinen Schuldenberg präsentierten mussten.

Von: gsmbox

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