Regulierungschef: UMTS in zehn Jahren ein Erfolg

UMTS-Mobilfunkdienste werden nach Einschätzung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) langfristig erfolgreich sein. “Ich gehe davon aus, dass in zehn Jahren aus den UMTS-Diensten etwas geworden ist”, sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom Dienstag. Die schlechte Stimmung in der Branche müsse einer realistischen Betrachtung weichen: “Es wird derzeit so getan, als ob UMTS überhaupt keine Chance hätte”, dabei werde übersehen, dass die Lizenzen für 20 Jahre vergeben worden seien. Vor zehn Jahren habe auch noch keiner geglaubt, dass fast alle Deutschen einmal mit einem GSM-Handy telefonieren würden.

Den Optimismus von Kurth wollen aber wohl nicht alle Mobilfunkbetreiber teilen. Die spanische Telefonica und die finnische Sonera, die als Group 3G eine UMTS-Lizenz in Deutschland ersteigert hatten, haben vor kurzem erst ihr Engangement in Deutschland beendet. Auch wenn sie bislang nicht daran denken, die UMTS-Lizenz zurückzugeben, halten viele Beobachter dies vor allem für ein taktisches Manöver, um nicht die gesamten Lizenzkosten abschreiben zu müssen. Bislang nämlich ist bei einer Rückgabe keine Erstattung vorgesehen; auch ein Verkauf der Lizenz ist hierzulande bislang nicht erlaubt. Dem Unternehmen werden aber ebenso wie MobilCom, die seit Monaten mit Großaktionär France Telecom im Streit liegt, kaum Überlebenschancen im UMTS-Geschäft eingeräumt.

Kurth meinte in dem Interview zwar ebenfalls, dass die UMTS-Kosten exorbitant seien, doch dafür könne man weder die Regulierungsbehörde noch das Versteigerungsverfahren verantwortlich machen. In einigen Ländern wurden inzwischen die Lizenzbedingungen wegen der Krise im Mobilfunk geändert, um den Unternehmen mehr finanziellen Spielraum zu verschaffen, der RegTP-Chef sieht dagegen keinen Handlungsbedarf. “Wir haben von Anfang an praktikable und realistische Voraussetzungen geschaffen”, sagte er der Zeitung; viele Änderungen im Ausland hätten nur zu einer Angleichung an die deutschen Bedingungen geführt.

Sollten UMTS-Lizenzen zurückgegeben werden oder an die Behörde zurückfallen, erwägt die Regulierungsbehörde eine Auktion unter den verbleibenden Anbietern. Das müsste aber vorher in Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern erarbeitet werden. Die EU-Kommission wiederum teilte bereits mit, dass sie den Anträgen einzelner Betreiber, bei der UMTS-Infrastruktur (mit Ausnahme der Core-Netze) zu kooperieren, positiv gegenübersteht. (jk/c’t)

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