Neuer Rechte-Poker?

Beginnt der Vertragspoker um die Rechte an der Fußball-Bundesliga in Kürze wieder von vorn? Der neue Rechte-Inhaber, die Schweizer Infront Sports-Media AG um den ehemaligen deutschen Nationalspieler Günter Netzer, hat sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” mit Ausstiegsklauseln zum 31. Januar und 31. März abgesichert.

Laut “Spiegel” sei es sogar wahrscheinlich, dass Infront auf Grund eines Defizits von 30 Millionen Euro für die laufende Saison die Ausstiegsoption prüfen und auch wahrnehmen werde. Im Falle eines Rückzugs von Infront wäre die Bundesliga bis 30. Juni 2004 allerdings nur mittelbar betroffen. “Die Zahlungen in Höhe von 290 Millionen Euro sind durch Bürgschaften bis zum Ende der kommenden Saison werthaltig abgesichert”, sagte DFL-Sprecher Tom Bender.

Wilfried Straub, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), glaubt nicht an das oben beschriebene Szenario: “Nach den Gesprächen, die wir geführt haben, gibt es keine Anzeichen für solche Vorgänge.” Bender machte außerdem nochmals deutlich, dass es sich bei den Vorgängen bei Infront um eine interne Vertragsangelegenheit mit der einst von Kirch gegründeten Auffanggesellschaft, der Buli GmbH, handelt; diese vermarktet speziell die Bundesliga-Rechte. Bender: “Unser Vertrag, den wir mit der Buli GmbH bis 30. Juni 2004 haben, ist nicht kündbar.” Zudem besteht eine Option auf Verlängerung für zwei weitere Spielzeiten (2004/2005 und 2005/2006).

Für den Fall eines Ausstiegs würden die Bundesliga-Rechte aus dem Besitz der Infront Sports-Media AG (ging aus der früheren KirchSport AG hervor) wohl an Kirchs Gläubiger-Banken zurückfallen. Die Banken müssten ihrerseits einen neuen Käufer suchen. Infront muss der Deutschen Fußball Liga (DFL) jeweils 290 Millionen Euro für diese und die kommende Saison überweisen. An Honoraren kassiert das Unternehmen allerdings nur rund 260 Millionen Euro. Premiere (148 Millionen), SAT.1 (80) sowie ARD und ZDF (19) zahlen dabei den Hauptanteil.

Quelle:Sportbild.de

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