Mobilfunk für Menschen mit Behinderungen

Wie verbessert der Mobilfunk die Kommunikation von Menschen mit Behinderungen?

Kommunikation ist für alle Menschen ein Grundbedürfnis. Auch für Menschen mit Behinderung. Ihnen eröffnet die Mobilfunktechnik ganz neue Möglichkeiten der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Als der Nokia Communicator auf den Markt kam, begann für viele Behinderte endlich die Zeit, wo sie sich auch Menschen einfach mitteilen konnten, die nicht in ihrer Nähe waren. Gehörlose verschicken oder empfangen mit diesem Gerät Kurznachrichten (SMS) oder Mobil-Faxe. Die Tastatur erleichtert ihnen die Texteingabe. Für Hörende wiederum ist das Handy das Gerät der Wahl, wenn es darum geht, einem Gehörlosen eine Nachricht per SMS zukommen zu lassen. Über ein normales Festnetztelefon bleiben Gehörlose dagegen unerreichbar.

UMTS überträgt Gebärdensprache

Die technische Hochschule (RWTH) Aachen forscht aktuell an einem mobilen System, das eine automatische Erkennung der Gebärdensprache leisten soll.

WISDOM (Wireless Information Services for Deaf People on the Move) lautet der Titel des Projekts. Dabei sollen erstmals UMTS-Mobiltelefone für Gehörlose eingesetzt werden: “Mit einem neuartigen Mobiltelefon, das speziell auf die Bedürfnisse von Gehörlosen ausgerichtet ist, wird es möglich sein, in Gebärdensprache mobil zu kommunizieren – jederzeit und überall”, erklärt Karl-Friedrich Kraiss, Professor für Technische Informatik an der RWTH Aachen.

Darüber hinaus sollen Gehörlose die Möglichkeit bekommen, sich über eine Dolmetscherzentrale mit hörenden Mitmenschen unterhalten zu können: “Durch ein mobiles Videotelefon ist der Gehörlose mit dem Dolmetscher verbunden”, erklärt Kraiss. “Dieser übersetzt die Gebärdensprache, die er auf dem Bildschirm sieht, für den Hörenden in Lautsprache.” Am Projekt WISDOM sind zehn Partner beteiligt, darunter Vodafone und Ericsson aus der Mobilfunkbranche sowie Gehörlosenverbände und Sprachforscher.

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