Microsoft und eBay starten Kooperation gegen Raubkopien

Raubkopien sind für die meisten Software-Hersteller ein echtes Problem. „Schwarzkopien“ werden nicht nur unter den Usern persönlich ausgetauscht, sondern sind haufenweise auch im Netz zu finden. Microsoft und eBay werden zum Schutz vor illegalen Software-Angeboten nun eng zusammenarbeiten.

eBay sagt Raubkopien den Kampf an

Bei der Kooperation der beiden Unternehmen geht es vor allem um den Verkauf von illegaler Microsoft-Software auf dem Online-Marktplatz eBay. Gemeinsam will man dies in Zukunft weitestgehend verhindern. Microsoft und eBay werden dahingehend künftig in Deutschland, Österreich und der Schweiz eng zusammenarbeiten.

Zudem steht bei eBay ab sofort eine Microsoft-Informationsseite zur Verfügung, die potenzielle Käufer schon im Vorfeld vor gefälschten Produkten oder wertlosen Kopien schützen soll. Im Rahmen der Zusammenarbeit tritt Microsoft dem von eBay entwickelten „Verifizierte Rechte Inhaber Programm“ (VeRI) bei.

Gleichzeitig wird das Sicherheitsteam von eBay durch Microsoft-Spezialisten auf die Erkennung von illegalen Software-Angeboten geschult. Dadurch kann eBay illegale Angebote noch schneller und effektiver von der Auktionsseite entfernen.

Der Raubkopie-Boom

Der Verkauf illegaler Software über das Internet hat sich zu einem ernsthaften Problem für die gesamte Softwareindustrie entwickelt. Nach Schätzungen der Business Software Alliance (BSA) wird derzeit auf über zwei Millionen Websites illegale Software verkauft. Die Bandbreite der Copyrightverletzungen reicht von illegalen Angeboten über so genannte Warez-Sites oder e-Mail bis zum Herunterladen der neuesten Anwendungssoftware. Daneben wird illegale Software auch vermehrt über Online-Auktionen angeboten. Sowohl Enduser als auch professionelle Anbieter nutzen diese Plattform, um ihre Produkte an den Mann zu bringen. Leider sind diese nicht immer legal.

Eigentlich wird es wohl keinen User geben, der wissentlich eine Raubkopie gegen Bezahlung erwerben möchte. Normalerweise sind diese Versionen nicht updatebar, weisen oftmals auch Bugs auf, die das Programm nicht einwandfrei laufen lassen, und mit ihnen besitzt man vor allem keinerlei Garantieanspruch. Damit sich Interessenten schon vor dem Kauf gründlich informieren können, gibt Microsoft nun Tipps zur Erkennung von illegalen Software-Angeboten. Diese Hinweise, sowie wichtige Telefonnummern und

weiterführende Links von Microsoft, der BSA und eBay, finden die

interessierten User über die eBay-Sites der Kategorien Software, Computer sowie PC- und Videospiele.

„Microsoft und eBay verfolgen das gleiche Ziel: Online-Auktionen für Softwareinteressierte so attraktiv wie möglich zu gestalten,“ so Jürgen Gallmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Microsoft

Deutschland. „Da wir schon im Vorfeld Aufklärung betreiben, können wir dazu beitragen, Käufer vor dem Erwerb illegaler Software zu schützen und sie in der Bewertung der Angebote zu sensibilisieren. Internet-Piraterie kann nur durch die enge Zusammenarbeit von Herstellern, Providern und Betreibern von Webseiten wirksam eingedämmt werden. Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der bei eBay angebotenen illegalen Software-Produkte durch die Zusammenarbeit weiter reduzieren lässt.“

Mit VeRI gegen „Schwarzkopien“

„Auf dem eBay-Marktplatz,“ so Philipp Justus, Vorsitzender der

Geschäftsführung bei eBay, hat „die Sicherheit beim Handel höchste Priorität.“ Das Online-Auktionshaus engagiert sich seit Beginn, den Handel mit illegalen Software-Produkten auf seinem Marktplatz zu unterbinden. „Um den Schutz vor solchen unzulässigen Angeboten weiter zu intensivieren, werden wir künftig eng mit Microsoft zusammenarbeiten,“ sagte Justus weiter.

Die Grundlage der gestarteten Zusammenarbeit bildet das VeRI-Programm, mit dem eBay Microsoft und allen anderen Rechteinhabern die Möglichkeit bietet, eBay auf illegale Angebote hinzuweisen und diese löschen zu lassen. Um illegale Microsoft-Angebote möglichst schnell herauszufiltern, wird das eBay-Sicherheitsteam von Microsoft-Mitarbeitern nun zusätzlich auch speziell auf deren Erkennung geschult.

Der Online-Marktplatz eBay arbeitet jedoch nicht nur mit Hinweisgebern, Rechteinhabern und Ermittlungsbehörden zusammen, sondern ergreift vielmehr auch eigene Schritte, um illegale Software vom Marktplatz fernzuhalten. So stellt eBay für seine User umfassende Informationen bereit, wie man sicher handelt und welche Artikel nicht zum Verkauf bei eBay zugelassen sind.

Illegale Angebote, auf die eBay von Dritten aufmerksam gemacht wird, werden umgehend gelöscht. eBay geht sogar noch einen Schritt weiter: Um Inhaber gewerblicher Schutzrechte, Urheber- und Leistungsschutzrechte sowie sonstiger Rechte beim Melden und Löschen rechtsverletzender Angebote zu unterstützen, hat eBay eben das VeRI- Programm ins Leben gerufen, das es allen Teilnehmern ermöglicht, schnell und unkompliziert auf gegen ihre jeweiligen Rechte verstoßende Angebote hinzuweisen und deren Löschung zu veranlassen. Das eBay-Sicherheitsteam überprüft zudem den eBay-Marktplatz selbständig stichprobenartig auf unzulässige Angebote wie illegale Software-Produkte.

Nicht ganz uneigennützig setzt Microsoft beim Schutz vor illegalen Software-Angeboten im Internet auf die Aufklärung der User. Um illegale Angebote zu identifizieren und zu verringern, führt Microsoft eigene Ermittlungen durch und arbeitet sehr erfolgreich mit der BSA zusammen: Seitdem im Jahr 1998 das Internetermittlungsprogramm der BSA gestartet wurde konnten in Europa ganze 12.440 Fälle von Copyrightverletzungen verfolgt und 5.417 Seiten mit illegalen Angeboten geschlossen werden. Darüber hinaus arbeiten BSA und Microsoft an Lösungen, auf deren Basis entsprechende Richtlinien mit Auktions- und Webseiten sowie Internet Service Providern entwickelt werden können.

Um den Usern das Projekt nahe zu bringen und ein wenig zu versüßen, können die Besucher von eBay in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihr Wissen zum Thema Copyright unter Beweis stellen und bei einem Gewinnspiel Microsoft-Produkte in Höhe von mehreren Tausend Euro gewinnen. Als Preise gibt’s unter anderem eine Microsoft Xbox mit Spielen, zwei Office XP Professional und eine Works Suite 2003.

Ob diese Zusammenarbeit die Verbreitung illegaler Software-Kopien nachhaltig eindämmen wird? Wenn man bedenkt, wie es bei Napster lief, kann man sehr wohl Zweifel an der Effizienz derartiger Initiativen hegen. Nachdem Napster, die P2P-Musiktauschbörse, reihenweise Prozesse verloren hatte und seinen Betrieb eines Tages komplett einstellen musste, waren schon zahlreiche andere zur Stelle, die den vakanten Platz Napsters (sogar mehr oder weniger erfolgreich) ausfüllten. Das letzte Wort in Sachen Software-Raubkopien ist also sicherlich noch nicht gesprochen.

Quelle: GSMBox

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