Ist denn heut schon Weihnachten..??

Hallo zusammen…

«Ja, is denn heut schon Weihnachten?» fragte er eben noch im Werpespot für e-plus – nun telefoniert Franz Beckenbauer mit einem Handy vom Konkurrenten O2. «Da legst di nieda», sagt er mit neuem Handy in der Hand und hofft, dass der Spruch ebenfalls zum geflügelten Wort wird. Der Wechsel sorgte für Ärger, nicht nur weil O2 Konkurrent des FC-Bayern-Hauptsponsors Telekom ist. Der Münchner Mobilfunk-Anbieter O2 hofft jedoch, dass viele Handynutzer dem kaiserlichen Beispiel folgen und ebenfalls wechseln. Immerhin laufen 18 Millionen Verträge aus, sagte O2-Chef Rudolf Gröger am Donnerstag.

Als «anerkannten Mobilfunkspezialisten mit e-plus-Vergangenheit» preist Gröger sein neues Werbegesicht. Zudem hat er «beim Franz eindrucksvolle schauspielerische Fähigkeiten» erkannt. Der Fernseh-Spot zeigt den Kaiser schlafend im Sessel mit leger geöffneter Fliege. Plötzlich erwacht er, ratlos, wo er sich befindet

– doch zum Glück zeigt sein Handy ein kleines Häuschen: «Gottseidank. Ich bin zu Haus.» Riesigen Spaß hätten ihm die dreitägigen Dreharbeiten in Madrid gemacht. Auch wenn er sich vor wenigen Wochen noch gefragt hat: «Was ist O2 – eine neue Formel für Sauerstoff?»

Warum der FC Bayern «so hektisch» auf das Engagement für O2 reagiert hat, kann der Vereinspräsident nicht verstehen. O2 sei «ja keine richtige Konkurrenz für T-Mobile», verteidigt er. Mittlerweile sei dies aber «kein Thema mehr». Auch sehen weder er noch der Firmenchef ein Problem darin, dass O2 so genannter «Premium-Werbepartner» von Bayer 04 Leverkusen ist. Beckenbauer schwört auf das «extrem gute Verhältnis» zu Leverkusen – «sonst hätten wir ihnen nicht zwei Spieler abgekauft».

Zum Staunen bringt ihn die moderne Mobilfunktechnik: Mal eben «ganz ohne Schnur» in Rio beim Fußballer Roberto Carlos durchklingeln

– das gefällt Beckenbauer. Auch den Vorteil von Kurzmitteilungen via Handy hat der Kaiser erkannt: SMS seien besonders praktisch für geheime Botschaften. Wer nicht die Ehefrau, sondern die Geliebte kontaktieren will, soll SMS schreiben, rät Beckenbauer und fügt

hinzu: «Ich sprech aus Erfahrung.»

Mit einem weiteren Bekenntnis überrascht der 57-Jährige: «Ich bin in den Wechseljahren.» Damit meint er nicht nur den Wechsel des Werbepartners. Aber gerade in Sachen Werbung zeigte sich der Kaiser immer wechselfreudig: Mal fährt der Vereinsboss des FC Bayern Mitsubishi, dann Opel und Audi bei den Bayern – morgen soll er sich nach dem Willen vieler für den DFB hinter ein Mercedes-Lenkrad setzen. Mit Werbung wurde Beckenbauer zum Einkommensmillionär. Einige werfen ihm vor, für genügend Geld, für alles zu werben. Doch der Kaiser braucht Geld. «Ich bin ehrenamtlich bei Bayern und muss für meinen Lebensunterhalt selber aufkommen», betont er.

Mit seinem Gesicht hat er als Profikicker und Vereinschef bereits schon für vieles geworben. Mit «Kraft in den Teller, Knorr auf den Tisch» pries er Tüten-Suppen an. Mit der Weisheit «Man muss sparen, wo man kann» lobte er den günstigen Yello-Strom. Für die Postbank verbreitet er als weitgereister Fußball-Manager seit einigen Monaten das Credo «Alle Wege – eine Bank». Er war als Werbepartner so beliebt, dass die Deutsche Telekom gar mit einem Double des FC-Bayern-Präsidenten im Fernsehen für sich warb. Dies endete vor

Gericht: Die Richter sahen das Recht am eigenen Bild verletzt – der Spot durfte nicht mehr gesendet werden.

Die neue Partnerschaft mit O2 läuft vorerst zwei Jahre. Wie viel Beckenbauer für die Kampagne bekommt, verrät der O2-Chef nicht. «Er wollte mehr, wir wollten weniger und haben uns in der Mitte geeinigt», sagt Gröger. Beckenbauer ergänzt: «Wie immer viel zu billig, aber das ist mein Schicksal.» Glauben kann man das nicht, denn der ehemalige Fußballstar ist einer der beliebtesten Werbe-Promis Deutschlands. Marketing-Leiter wählten ihn im Jahr 2001 auf den dritten Platz – nach Verona Feldbusch und Thomas Gottschalk. Eins rechnen ihm viele Fußballfans allerdings hoch an: Dass der Kaiser mit viel Werbung und Fürsprache die Fußball-WM 2006 nach Deutschland geholt hat.

Maxx

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