Internet und die Frauen

Im deutschsprachigen Internet surfen derzeit immer noch mehr Männern als Frauen. Der Frauenanteil steigt jedoch weiter kontinuierlich an. Gegenüber dem Frühjahr 2002 hat sich der Anteil der weiblichen Surfer im Herbst 2002 von 35 auf knapp 40 Prozent erhöht. Hohe Frauenanteile sind dabei insbesondere in jungen Altersgruppen zu verzeichnen. Unter den Teenagern und Twens befinden sich mit über 57 Prozent sogar deutlich mehr Frauen als Männer. Bei den Usern über 50 liegt der Frauenanteil im Netz hingegen bei lediglich 20 Prozent.

Dies ist eines der Ergebnisse der W3B-Umfrage, durchgeführt von Fittkau & Maaß, im deutschsprachigen Internet. Die W3B gilt als eine der wichtigsten Meinungsumfragen hinsichtlich WWW. Bereits im Herbst 1997 hatte W3B das amerikanische Vorbild, die internationalen Internet-Umfragen der Georgia Tech Research Corporation, hinsichtlich der Teilnehmerzahlen überholt: Zu diesem Zeitpunkt war die W3B-Umfrage sogar weltweit die größte, kontinuierliche WWW-Umfrage. Im Frühjahr 1998 wurde die sechste Meinungsumfrage erstmalig europaweit durchgeführt – in insgesamt neun Sprachen.

Doch sehen wir uns an dieser Stelle die Ergebnisse der 15. Analyse, mit insgesamt 99.364 befragten Internet-Usern, ein wenig genauer an. Die W3B-Umfrage wurde von 85 Internet-Anbietern und über 200 Web Sites unterstützt, auf denen Hyperlinks zum W3B-Fragebogen eingerichtet waren.

Das Internet reift mit den Usern

Was aus den Ergebnissen der Umfrage ersichtlich ist, ist vor allem die dynamische Veränderung in der Zielgruppe der Internet-Nutzer: Da die Alterspyramide in Deutschland seit Mitte der 90er Jahre flacher wird, nimmt die einst stärkste Altersgruppe der 20- bis 30jährigen prozentual immer weiter ab. Anteilig die stärkste Altersgruppe ist derzeit die der 30- bis 39jährigen. User über 50 machen bereits knapp 18 Prozent aller Surfer aus.

Auch hinsichtlich des Bildungsgrades der User hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Während Mitte der 90er Jahre der Anteil der User mit Abitur noch bei über 90 Prozent lag, stagniert er derzeit bei unter 50 Prozent. Mit etwa über 46 Prozent liegen die User mit abgeschlossener Lehre/Ausbildung vorn, gefolgt von 14 Prozent Surfern mit Fachhochschulabschluß und 13 Prozent mit einem Universitätsabschluß.

Das Internet im Alltag

Das Internet wird heute genutzt wie nie zuvor. Beinahe niemand kann sich mehr vorstellen ohne e-Mails auszukommen, Instant Messaging ist eine weitverbreitete Form der Kommunikation besonders unter Jugendlichen und die Konvergenz der verschiedenen Endgeräte (Computer, Telefon, PDA) wird zu einer noch größeren Nutzung der verschiedenen Kommunikationsformen beitragen. Dass sich jene User, die bereits im Internet sind, sich ein Leben ohne WWW so gut wie nicht mehr vorstellen können, liegt hier beinahe auf der Hand. Die Bedeutung des Internet im täglichen Leben wächst für die User somit stetig an.

So ist die Mehrheit der Surfer fast täglich (an sechs oder sieben Tagen pro Woche) online: Seit Herbst 1996 ist der Anteil dieser Personen von 35 auf 62 Prozent gestiegen. Knapp 45 Prozent der deutschsprachigen User, so ein Ergebnis der Studie, wollen auf das Internet keinesfalls mehr verzichten – mit steigender Tendenz.

Wer bereits seit über zwei Jahren das Web nutzt – und wer häufig online ist (mindestens zehn Stunden pro Woche) – der möchte das Internet im täglichen Leben nicht mehr missen. Dies ist sicherlich auch auf die zahlreichen Angebote der Provider oder Dienstleister zurückzuführen. So gibt es unter anderem webbasierte Terminkalender, die vom User nicht nur von jedem beliebigen Computer aus aufgerufen, sondern auch mit anderen (Familie, Freunde, Kollegen) genutzt werden können, um alle ständig über Arbeitstermine und Freizeitaktivitäten „auf dem Laufenden“ zu halten.

Während also knapp 45 Prozent der User auf das Internet im täglichen Leben keinesfalls verzichten möchten, spielt für mehr als 37 Prozent das Internet eine wichtige Rolle im täglichen Leben. Dies bedeutet, dass für lediglich knapp 17 Prozent das Internet nur gelegentlich oder gar eine unbedeutende oder negative Rolle im Alltag spielt.

Das Internet und die Werbung

Interessant für die Anbieterseite ist sicherlich das Ergebnis, dass die User gerne Info-Websites nutzen. Redaktionelle Online-Angebote kommen bei fast allen Usern gut an. Dabei spricht sich über die Hälfte der Befragten für eine Werbefinanzierung dieser Art von Websites aus. Werbebanner, PopUps oder gar kleine Filmchen werden von den Usern hier also durchaus akzeptiert. Andererseits, dies wurde jedoch in der Studie nicht ermittelt, ist die Bereitschaft des Click-Through, also das Anklicken der Werbebanner, verschwindend gering. US-Studien sprechen hier seit einiger Zeit von unter einem Prozent der User, die auch auf die Werbung klicken.

In der W3B-Umfrage sprachen sich lediglich zehn Prozent für eine Finanzierung über Nutzungsgebühren aus. Immerhin 17 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass redaktionelle Websites weder kostenpflichtig sein, noch Werbebanner nutzen sollten. Wie sich diese Seiten dann finanzieren, bliebt dahingestellt….. Die restlichen, ebenfalls rund 17 Prozent, sind sich noch nicht schlüssig, ob sie eher werbe- oder gebührenfinanzierte Sites bevorzugen.

Im deutschsprachigen Raum wird also mehr gesurft als je zuvor. Sicherlich hängt dies zum einen mit den immer preisgünstigeren Computern, dem steigenden Technikverständnis der Bevölkerung, einem stetig steigenden Interesse am Neuen, aber sicherlich auch mit den immer wachsenden Angeboten, die es im Internet gibt, zusammen. Diese reichen von Online-Shopping – besonders kurz vor Weihnachten beliebt, um schnell noch die letzen Geschenke zu bestellen – bis hin zu Informationen (teils auf wirklich hohem Niveau) und, immer mehr, Online-Gaming. Das Netz breitet sich also weiterhin aus und wir wollen es immer weniger missen.

Quelle: GSMBox

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