Handys zum schnellen W@Ppen

Wer ein Mobiltelefon mit GPRS suchte, musste bislang recht tief in die Tasche greifen. Mittlerweile ist die Auswahl an Einsteiger-Handys mit schnellem Datendienst größer und die Preise sinken.

Handys sind heutzutage mehr als mobile Telefone. Sie verwalten Telefonlisten und Termine, unterhalten mit Spielen und sorgen als Funkmodems für Internet-Verbindungen. Für Letzteres eignet sich der paketorientierte Datendienst GPRS (General Packet Radio Service) besonders, da er nach übertragenen Datenmengen abgerechnet wird und Funkressourcen schont. Pro Kanal sendet ein GPRS-Handy maximal 13,4 kBit/s. Beim Empfang kann es mehrere solcher Kanäle bündeln, meist bis zu vier. Die Hauptanwendung von GPRS liegt bei Einsteiger-Handys im schnellen Internet-Zugang per WAP zum Abfragen von Nachrichten. Datenverbindungen zum Notebook via IrDA oder Bluetooth findet man bei Mobiltelefonen der unteren Preislage meist nicht, und die Testkandidaten machen keine Ausnahme. Immerhin bieten zwei der drei Testkandidaten serielle Schnittstellen für den Modemanschluss an PCs: das M50 von Siemens und Ericssons R600. Datenkabel liegen jedoch beiden nicht bei.

Nokia 3510

Die Hauptstärke des Nokia-Handys ist die einfache Bedienung. Gefallen konnten etwa die griffigen, gut beleuchteten Tasten mit präzisem Druckpunkt. Auch sonst hinterließ es einen guten Eindruck: So hielt der Li-Ionen-Akku vier Tage trotz ausgiebigen Telefonierens durch. Die sonst gute Sprachqualität störte lediglich ein kaum wahrnehmbares Zirren. Ein Anschluss für eine externe Antenne fehlt. Bei der Menüstruktur setzt Nokia auf Altbewährtes, und der Nutzer findet sich auch ohne lange Handbuchstudien zurecht.

Das Telefonbuch fasst 500 Einträge mit mehreren Nummern, E-Mail und Post-Anschrift – herausragend für diese Preisklasse. Das 3510 kennt zwar MMS-Nachrichten (Multimedia Messaging Service), ist jedoch nur für den Empfang der Foto- und Ton-Mitteilungen ausgelegt. MMS-Bilder erscheinen kaum erkennbar auf dem kleinen Monochrom-Display. Zum Versenden von Bildchen und Klingeltönen setzt Nokia weiter auf das hauseigene Smart-Messaging-Format.

Der WAP-Browser lief im Test stabil und schnell. Leider bietet der Neuling keine Schnittstellen zum PC. Unterm Strich ist das 3510 jedoch ein sehr empfehlenswertes Handy.

Siemens M50

Beim etwas klobigen M50 stören die zu kleinen wackeligen Funktionstasten, von denen man schnell abrutscht. Das Monochrom-Display glänzt durch die schicke, blaue Hintergrundbeleuchtung. Gesprächspartner bringt das Handy klar und verständlich zu Gehör.

Das Menü des M50 verwirrt etwas: So findet man unter ‘Kontakte’ den einfachen Terminkalender oder die Gruppenverwaltung, erwartet haben wir ein Adressbuch. Der Platz für im Telefonbuch gespeicherte Namen mit je einer Rufnummer ist mit nur 50 Einträgen mager. Kurzmitteilungen versendet und empfängt es dank EMS auch mit angehängten Bildern und Tönen. Beim Laden von WAP-Seiten arbeitet der Browser recht behäbig, aber zuverlässig. Das Handy speichert maximal drei Java-Programme, die sich aus dem Netz laden lassen.

Mit einem Datenkabel dient das M50 auch als Modem etwa für ein Notebook. Nutzt man CSD-Verbindungen mit 9,6 kBit/s, reicht es, unter Windows ein Standardmodem zu installieren. Zum schnelleren, aber auch teureren Surfen via GPRS ist ein Windows-Programm wie der GPRS Modem Assistant nötig, den Siemens für das S45 im Internet bereitstellt (siehe Soft-Link). Mit GPRS übertrug das M50 eine Datei mit durchschnittlich gut 3,4 KByte/s aufs Notebook, in Gegenrichtung waren es immerhin 1,3 KByte/s. Via CSD erreichte das Datenhandy wie erwartet 1 KByte/s beim Datei-Empfang und 1,1 KByte/s beim Versenden.

Sony Ericsson R600

Die kleinen Gummitasten des 83 Gramm leichten R600 bedient man sicher nur mit dem Fingernagel. Die normalerweise grüne Hintergrundbeleuchtung des Displays kann bestimmte Anrufer durch Farbänderung nach Rot oder Orange melden.

Im Telefonbuch des Handys finden bis zu 200 Einträge mit Namen und Nummer Platz. Bei den Kurzmitteilungen setzt auch Ericsson auf EMS. Der WAP-Browser lässt kaum zu wünschen übrig. Bei der Bedienung des Handys zeigen sich jedoch Mängel: Rufnummern aus der Anrufliste lassen sich nicht in das Telefonbuch übernehmen. Die verwirrende Eingabehilfe eZiText beginnt schon bei zwei Buchstaben auch längere Wörter vorzuschlagen – selten die gesuchten.

Über ein optionales Datenkabel fungiert auch das R600 als mobiles Modem. Für eine GPRS-Verbindung ist ein passendes Einwahlskript notwendig, das man über die Hotline des Herstellers anfordern kann. Eine Datei lud das GPRS-Handy im Schnitt mit 3,1 KByte/s aus dem Netz, beim Versenden erreichte es rund 1,5 KByte/s – gute Werte für ein Daten-Handy, das maximal drei Kanäle bündeln kann.

Zum Fazit & den Produkt Details …

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *