Ein Blick in die Zukunft

Der weltweite Telekommunikationsmarkt unter der Lupe:

Bis ins Jahr 2007 werden rund 60 Prozent der 15- bis 50-jährigen in den USA und der EU verschiedene Formen drahtloser Endgeräte bei sich tragen. Diese werden in der Lage sein Daten und Sprache zu übertragen sowie Surfen im Netz ermöglichen, wobei der Verbindungsaufbau unter 30 Sekunden liegen wird. Das Web wird also offensichtlich immer mehr Alltagsbestandteil unseres Lebens und wird in Zukunft wohl noch größeren Einfluss als bisher auf unsere täglichen Entscheidungen nehmen. Werden wir also eines Tages allesamt nur noch die Knotenpunkte in einem riesigen, weltumspannenden Netzwerk sein?

Es scheint beinahe, als würde sich diese Vision eines Tages tatsächlich realisieren. Zumindest, wenn es nach einem der größten Marktforschungsinstitute im Bereich Telekommunikation, der Gartner Group, geht. Im Rahmen des Gartner Symposiums auf der ITxpo 2002, die Anfang des Monats im südfranzösischen Cannes stattfand, versuchten uns die Experten die Always-on-Zukunft ein wenig näher zu bringen. Eine Zukunft, in der wir alle immer mehr miteinander in Verbindung stehen werden, wenn – möglicherweise – auch nur mittelbar….

Sicherlich handelt es sich dabei um eine äußerst optimistische Vorhersage. Schließlich befindet sich die gesamte Telekommunikationsbranche derzeit in einer nicht gerade zu vernachlässigenden Krise, die Unsicherheiten weckt und Vorsicht walten lässt…

In einer derartigen Situation ist es verständlicherweise schwierig den Blick der Zukunft zuzuwenden. Doch andererseits darf man nicht vergessen, dass der Fortschritt nicht halt macht. So vergeht beinahe kein Tag, an dem die Endgeräte-Hersteller nicht ein neues, noch ausgefeilteres Drahtlos-Terminal präsentieren. Der Markt ist voll von Mobiltelefonen, PDAs, Digitalkameras, MP3-Playern, GPS-Terminals zur Positionsbestimmung, Videokameras…. und schließlich noch Kombinationen verschiedener dieser Endgeräte untereinander. Mobilität ist derzeit beinahe zum alles bestimmenden Losungswort geworden. Und die Branche lässt nicht locker. So stellten die Gartner-Experten unter anderem fest, dass sich die Hersteller und Planer dermaßen auf die Weiterentwicklung der Endgeräte konzentrieren, dass sie im Schnitt alle sechs Monate neue Terminals auf den Markt bringen, die einen beachtlichen Sprung hinsichtlich Design, Terminalkapazität und Plattformentwicklung machen, um die User ständig mit avantgardistischen Endgeräten zu versorgen.

All dieser Fortschritt enthält vielleicht doch ein Problem: In einem Meer sich ständig erneuernder Produkte mit den verschiedensten Funktionen und Ausstattungen kann man sich, als Enduser, ohne weiteres verlieren…. Eine Entscheidung zu treffen gestaltet sich also zunehmend komplexer und schwieriger. Es scheint, dass es beinahe unmöglich ist, das richtige Endgerät für die eigenen Bedürfnisse auszuwählen. Eine Tatsache, die man derzeit beobachten kann ist, dass so genannte Konvergenz-Terminals (also Endgeräte, die mehr als ein Gerät in sich vereinen: Telefon und PDA oder Telefon und GPS) den Geschmack der User nicht getroffen haben. Bis heute gibt es kein derartiges Terminal, das die Anforderungen einer bestimmten Usergruppe „perfekt“ befriedigen könnte. Für die meisten Kunden sind diese Terminals deshalb auch heute noch „weder Fisch noch Fleisch“. Dass diese Art von Endgeräten also nicht wirklich 100prozentig definierbar ist, hat bewirkt, dass zahlreiche User, die ein Mobiltelefon und einen PDA nutzen müssen, oftmals sich für zwei separate Geräte entschieden haben, anstatt sich ein Konvergenz-Terminal zuzulegen.

Wie wird also der zukünftige Markt der so genannten Smartphones aussehen? Oder besser gesagt: Der Markt der Mobiltelefone der dritten Generation. Möglicherweise ist es derzeit noch ein wenig zu früh, um hier eine konkrete Vorhersage machen zu können. Und auch die Experten von Gartner konnten sich zu keiner Prognose hinreißen lassen. Was jedoch feststeht ist, dass die Schlacht hinsichtlich der Perfektionierung der Terminals gerade erst begonnen hat. Die Herausforderung, der sich nun die Hersteller ausgesetzt sehen, ist, dass sie ihre technischen Lösungen hinsichtlich der „einfachen“ Terminals und „einfachen“ Plattformen nun in ein Ambiente transferieren müssen, in dem verschiedene Plattformen und Funktionen miteinander kooperieren müssen. Hier handelt es sich sicherlich um keine einfache Aufgabe. Keine einfache Aufgabe, doch wird es wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis es ein „perfektes“ Konvergenz-Terminal geben wird, das eine ideale „Usability“ in all seinen Funktionsbereichen gestatten wird.

Wir wollen optimistisch in die Zukunft blicken: Die absolute Mobilität wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Computer finden wir bereits heute überall. Mittlerweile ist es beinahe unmöglich, ohne sie auszukommen. Mit der kommenden Technologie-Generation wird der Computer womöglich, zum Vorteil der mobilen Endgeräte, einer Generalüberholung unterzogen. Schon bald werden Drahtlos-Terminals Leistungen bringen, wie wir sie heute lediglich von PCs kennen, dabei aber wesentlich handlicher und womöglich auch vielseitiger verwendbar sein. Auch das ist 3G.

Unterdessen scheint es, als ob die Telekommunikationsbranche derzeit so besessen von der dritten Mobiltelefongeneration ist, dass sie dabei die Enduser beinahe vollkommen aus den Augen verloren hat. Denn die meisten unter ihnen haben sich mittlerweile derart an ihre Mobiltelefone und die damit verbundenen Funktionen gewohnt, dass sie wohl nur schwer zu einem Wechsel in die 3G – eine Technologie, die auch bisher noch niemand wirklich richtig erklärt bekam – zu bewegen sein werden. Zudem steht fest, dass die meisten 2G-User heute noch nicht wissen, um was es sich bei UMTS eigentlich handelt. Neben der unverständlichen Abkürzung gibt es Terminals mit Funktionen – für die man wohl noch keine Verwendung hat – und Accessoires, die man sich ebenfalls nicht vorstellen kann. Schließlich wissen auch eine ganze Menge User immer noch nicht, was sie eigentlich alles mit ihren GSM-Handys anstellen können. Einen PC in ein Mobiltelefon zu integrieren macht somit erst ab dem Zeitpunkt, ab dem die User tatsächlich in der Lage sind, ihre Terminals in vollem Umfang zu nutzen. Ein Erfolg der dritten Generation wird auch hiervon abhängen…..

Quelle: GSMBox

Adem Sehovic

(deutsche Vers.: Tom Luger)

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