Brandt Hagen pleite!

Gratwanderung in Hagen endet mit dem Absturz
Von Dietmar Wenck

Am Tag danach gab es Schuldzuweisungen von beiden Seiten. “Man muss sicher dem Verein Vorwürfe machen, da war vieles auf Luftschlösser gebaut”, sagte Armin Andres, Cheftrainer des am Montag aus der Basketball-Bundesliga (BBL) zurückgezogenen Traditionsklubs Brandt Hagen, “aber auch der BBL. Sie hätte unter diesen Umständen Ende August nie eine Lizenz erteilen dürfen.” Am 15. Dezember hatte das Gründungsmitglied der Bundesliga beim Amtsgericht Hagen einen Insolvenzantrag gestellt, zwei Wochen später folgte der Rückzug vom Spielbetrieb wegen aktueller Liquiditätsprobleme von 420 000 Euro.

BBL-Geschäftsführer Otto Reintjes konterte: “In Hagen wurde die Zeit verschlafen.” Noch über Weihnachten habe er versucht, gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres einen Weg zu finden, den Verein zu retten. Ohne Erfolg. Hagen wollte seine restlichen Bundesliga-Spiele dieser Saison in der Ischelandhalle austragen, die nur 1650 Zuschauern Platz bietet, um Kosten zu sparen. Doch seit vier Jahren war allen BBL-Vereinen klar, dass ab der Saison 2003/2004 Hallen mit einer Kapazität für mindestens 3000 Fans Standard sein würden. “Alle haben es geschafft, nur Hagen nicht. Wir wollten dem Verein die Chance geben, können aber keine Rücksicht auf Missmanagement nehmen.”

Bleibt die Frage, ob die Liga nicht von vornherein die Lizenz hätte verweigern sollen. Gesprochen wurde über die Halle seit langem. Dann gab das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft über elf Millionen Euro, der Verein wies eine Million Euro Kommanditkapital für das Projekt nach. Genau diese Auflagen hatte der Lizenzierungsausschuss der BBL gestellt.

[…]

Konsequenz ist, dass der deutsche Meister von 1974 und zweimalige Cupsieger (1975/1994) als erster von zwei Absteigern feststeht. Die Liga beendet die Saison mit 15 Teams, alle Resultate des bisherigen Tabellensiebenten werden annulliert. Negative Auswirkungen für die BBL, die nach wie vor einen Hauptsponsor sucht und auch mit der TV-Resonanz beim Live-Spiel im DSF jeden Freitag (rund 100 000 Zuschauer) kaum glücklich sein kann, will Reintjes nicht sehen: “Qualität und Zukunft einer Liga hängen nicht von einem oder zwei schwächelnden Standpunkten ab.” In Ulm, Bremen, Bremerhaven und Tübingen gebe es Zweitligisten, die bereit für die BBL seien. Die geforderten Hallen haben sie schon

Mann, das wär ja der Hammer. Nach zwei Jahren endlich wieder erstklassiger Basketball in Ulm… 😀

edit – Quelle vergessen: http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/sport/story650640.html

3 thoughts on “Brandt Hagen pleite!”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *