2003 – Der Umbruch

Das Jahr 2002 nähert sich unweigerlich seinem Ende. Nur noch wenige Tage trennen uns vom neuen Jahr und wir lassen 365 Tage zurück, die, nach Ansicht zahlreicher Experten und Marktbeobachter, die schwersten bisher von der Telekommunikationsbranche erlebten waren. Das abgelaufene Jahr war dabei nichts anderes, als die ausbreitende Krise, die sich bereits im Jahre 2001 bemerkbar machte.

Heute sieht es jedoch bereits etwas weniger tragisch aus, als noch zu Jahresbeginn. Etliche Experten gehen davon aus, dass im kommenden Jahr die Wirtschaft zwar noch nicht wirklich an Fahrt gewinnen wird, aber sich die verschiedenen Branchen, durch interne Umstrukturierungen auf eine neue, positiv boomende Periode vorbereiten.

Das kommende Jahr wird somit sicherlich ein wichtiges, wenn nicht gar Ausschlag gebendes, werden. So wird nicht zuletzt in Europa die dritte Generation der Mobiltelefonie starten, jene Technologie, die noch bis vor Kurzem eine gesamte Branche träumen ließ, die aber nur kurze Zeit darauf Giganten wie die Deutsche Telekom oder oder France Telecom in ein finanzielles Desaster stürzte.

Nun warten wir User also auf den kommerziellen Start dieser viel gepriesenen Netze. Es sieht auch wirklich so aus, als ob es 2003 tatsächlich soweit wäre, dass die ersten Endgeräte und Services angeboten werden können. In Österreich, dem einzigen EU-Land, in dem es bereits ein funktionstüchtiges UMTS-Netz gibt, kann dieses jedoch bisher noch nicht genutzt werden, da die entsprechenden Endgeräte fehlen.

Zu Beginn wird die dritte Generation aber unsere Kommunikationsgewohnheiten sicherlich nicht radikal verändern. So wird 3G vor allem lediglich für einige wenige Auserwählte zur Verfugung stehen, die nicht zuletzt mit dem notwendigen Kleingeld ausgerüstet sind, um sich die 3G-Terminals zuzulegen. Zudem fehlt es derzeit selbstverständlich auch an den entsprechenden Dienstleistungsangeboten. Erst wenn diese tatsächlich zur Verfügung stehen [und wer weiß, wann dies der Fall sein wird], kann man mit einem echten UMTS-Boom rechnen. Derzeit ist von den Services aber weit und breit noch nichts zu sehen. Heute scheint es, als ob das UMTS nichts bieten würde, was man nicht bereits schon im GPRS nutzen könnte.

Wagen wir einen Blick zurück, dann können wir bestätigen, dass das Jahr 2002 eindeutig das Jahr des GPRS war. Auch wenn diese „Übergangs“-Technologie zu Beginn ein wenig gemobbt wurde, so findet man heute bereits beinahe kein neues Mobiltelefon mehr, dass sie nicht integriert hätte und auch alle Betreiber bieten die entsprechenden Kanäle in ihren Netzen an. Schließlich ist es für uns User nur ein Vorteil, wenn wir in der Lage sind, Daten in einem GSM-Netz so schnell zu übertragen, wie wir es von einem Festnetzmodem gewohnt sind. Selbstverständlich gilt dies immer noch mit einigen Einschränkungen, doch kann man dieser Technologie ihre Daseinsberechtigung nicht mehr absprechen. Man muss, theoretisch, also eigentlich gar nicht mehr auf UMTS warten, um sich Streaming-Videos auf dem Display des Mobiltelefons anzusehen. Dies ist schließlich heute (etwa mit dem Nokia 7650) bereits durchaus möglich. News, TV-Programme, Börsenkurse und unzähliges mehr, das man sich in Echtzeit auf Handy holen kann…. und dann noch alles in Farbe… Warum sollte man also in UMTS investieren?

Ebenfalls in Zusammenhang mit GPRS – doch diesmal in Kombination mit der Java-Technologie – konnten wir im vergangenen Jahr einen Sprung in Sachen Personalisierbarkeit unserer Mobiltelefone beobachten. Nun ist es nicht mehr nur das bunte Cover, das unser Handy einzigartig macht, jetzt sind es vielmehr Klingeltöne, Softwareanwendungen und vieles mehr. Somit kann jeder User genau das auf seinem Handy speichern, was er auch tatsächlich nutzen möchte. Jeden Monat ein neues Videospiel auf dem Mobiltelefon? Das ist also heute bereits kein Problem mehr.

Der Erfolg der GPRS-Technologie wird sich zweifelsohne auch im Jahr 2003 fortsetzen. Auch wenn sie derzeit bereits ihr Limit erreicht hat, so wird es doch sie sein, die dem UMTS die ersten, schüchternen Schritte in der Öffentlichkeit ermöglichen wird. Die dritte Generation der Mobiltelefonie wird sicherlich etwas atemberaubendes sein. Doch bis wir sie in all ihren Facetten nutzen können, werden sicherlich noch einige Jahre vergehen. Es wird sich also nicht um eine Revolution der Mobiltelefonie handeln, sondern vielmehr um eine stetige Evolution. Mit dem UMTS werden wir (bereits im Jahr 2003) all die Dinge machen können, die wir bereits heute machen, doch alles ein wenig besser und schneller…. 2003 wird demnach ein echtes Jahr des Umbruchs. Zumindest ist man in der Branche dieser Auffassung. Und uns bleibt einmal mehr nur übrig abzuwarten…..

Adem Sehovic

GSM-Box

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